Letzte Woche wuchs meine Sorge um Stefan, da meine beiden jüngeren Kinder den Schulabschluss machen und NRW beschlossen hatte, den Unterricht wieder aufzunehmen.  

Leider kann unser Sanitätshaus für Intensivpflegeprodukte schon seit März keine Einmalhandschuhe, Desinfektionsmittel und leider auch Mundschutz mehr liefern. 

Anschaffungen für sehr teures Geld ist mir auch nicht möglich. 

Also telefonierte ich mich durch den Tag und kassierte eine Absage nach der anderen. 

– Sanitätshaus — negativ 
– Pflegekassen — negativ
– Budgetverwalter — negativ 
– Gesundheitsamt — negativ 
(Allerdings rief mich eine zuständige Ärztin zurück und diskutierte mit mir, warum es in der häuslichen Pflege unnötig sei, einen FFP2 Mundschutz zu benutzen. Ihr Argument war, das ja in der stationären Kranken-und Altenpflege der Mundschutz nur an das Pflegepersonal verteilt würde, um diese zu schützen!!!! Wenn die Kinder oder ich oder Therapeuten oder Assistenzkräfte sich infizieren, dann sollen wir uns halt von Stefan fern halten. Das ist ja in der Intensivpflege auch unglaublich gut möglich ????)

– Rathaus unserer Gemeinde — endlich Verständnis für unserer Situation und Sorgen. Hier dann auch eine gute Portion textile Mundschutze und eine zusätzliche Überraschung nach Hause geliefert bekommen, danke dafür ????

– Krisenstab der Städteregion per Mail kontaktiert aufgrund eines Artikels den ich gelesen hatte….

Schon ziemlich verzweifelt verfasste ich dann diese Mail: 
‚Ich wende mich an Sie nach einem Telefonat mit ihrer Behörde.
Ich pflege meinen Lebensgefährten (54 Jahre) zu Hause.
Laut Beschluss soll Montag nächster Woche die Schule für die Abschlussprüfungen beginnen. Mein Lebensgefährte gehört zur Risikogruppe und wird die Lungenkrankheit sehr wahrscheinlich (auch ohne Triage) nicht überleben.
Ich versuche verzweifelt, an virusundurchlässige Schutzmasken (FFP2) zu kommen. Niemand kann liefern.
Wie soll ich ihn schützen, wenn die Kinder sich infizieren und asymtomatisch den Virus nach Hause tragen???
Ich bitte um nur zwei Masken, die ich selbstverständlich (wie in den Kliniken schon üblich) bei 90 Grad im Ofen wiederverwendbar sterilisieren könnte. Um irgendeine Reaktion wäre ich ihnen sehr dankbar.‘

Nach einer Woche dann kam eine Reaktion und ich bekam schon am nächsten Tag Handschuhe, Desinfektion, Mundschutz und dieses Face Shield (da Stefan keinen Mundschutz tragen kann) für eine Woche. 
Und ich darf mich wieder melden ????

Zwar kommt irgendwann eine Rechnung die zu zahlen ist, aber wenigstens nicht zu solch horrendem Preis wie an anderen Stellen angeboten. 

Natürlich habe ich schon bei der Pflegekasse angerufen um nachzufragen, ob ich diese dann einreichen kann, da ja unser Zulieferer kein Material zur Verfügung stellen kann. Ganz wohlwollend sei das möglich. 
Hab gleich noch nachgehakt, wer die Differenz der ansonsten anfallenden Kostenpauschale trägt?! Das sei noch nicht klar. Wäre aber gut möglich, dass es über die Betreuungsleistungen finanziert wird.
(Also doch wieder selbst die Kosten tragen ????).

Hat sich also noch nicht viel geändert: Die Pflege -besonders die Heimpflege- steht weiterhin hinten an.

HM

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