Gestartet ins neue Jahr sind wir mit viel Freude, Lachen, Spiel und Spaß.  Ein wenig das Feuerwerk der Anderen beobachtet, schliefen wir uns völlig erschöpft in den ersten Tag 2021.  

Stefans Geburtstag feierten wir im ganz kleinen Rahmen mit der Familie und wenigen Freunden. 

Dann dümpelt das Jahr erst so vor sich hin.  Es war kalt, es war frostig und die Natur zeigt sich in wunderschöner Landschaft. Die ewig währende Isolation wird zur Normalität. 

Dann endlich im März die erlösende Nachricht, dass Stefan (als Risiko-Patient) und die ganze Familie (als pflegende Angehörige) beim ersten Schwung der Impfung dabei sind. Ziemlich aufwändig noch mit Impf-Mobil im häuslichen Rahmen.  Gut organisiert durch die Städteregion, ein voller Erfolg. 

Nachdem das Frühjahr sich verabschiedet hatte und der Sommer nicht wirklich kommen wollte, war dieses Jahr ein bisschen trostlos. Ausflüge gab es wenige. Selbst die Nachmittage im Garten waren nicht wie sonst.  Wir haben immer mal den Versuch gestartet und dann schnell husch alles wieder einpacken und zurück, bevor wir ganz nass werden.  Es wurde ein langwieriger Sommer. 

Dann, ganz kurz entschlossen, die Idee meiner Kinder, doch gemeinsam Urlaub zu machen. Beschränkt auf die Zeit der Sommerferien gestaltete sich die Suche natürlich schwierig.  Lockdown hier, Lockdown dort.  Einreise- und Reisebeschränkungen und innerhalb Deutschlands nichts mehr zu bekommen…  Dann habe doch noch eine Idee gehabt.  Eine Anfrage bei der richtigen Location am richtigen Ort in der richtigen Zeit.  So haben wir uns dann mit zwei Fahrzeugen auf dem Weg gemacht. Ich mit Stefan vorweg und die Kinder später hinterher. Eine Woche wundervollen Urlaub in Kroatien haben wir erlebt. Sonne pur, warme Temperaturen, warmes Wasser und keine Insekten, die ein plagen.  Einfach nur super Stimmung im tollen Ambiente.

Der Aufenthalt dort wurde allerdings auch durch Sorge getrübt. Sorge um das, was bei uns in NRW und Rheinland Pfalz passiert ist. Die wohl größte Flutkatastrophe ungeahnten Ausmaßes,  die für viele alles verändert hat. Es hat uns sehr mitgenommen und alsbald wir zu Hause waren, haben wir uns auf den Weg gemacht. Wir haben Fluthilfe geleistet, erst ist in der Region (immer Corona konform) außerhalb der Häuser. Also in Gärten, Böschungen, Friedhöfen. Eben dort, wo man sich nicht zu nah kommen musste. Stefan war immer dabei und ergriffen wie wir alle. Nach zwei Wochen waren wir reichlich erschöpft und haben uns erst mal dem eigenen Garten gewidmet. Ein bisschen Erholung und natürlich auch Gartenpflege. Seit Wochen entwickelte sich eine Wildwiese. Doch die Flut ließ mich nicht los und mit dem Todestag meiner Mutter haben wir die erste Tour ins Ahrtal gemacht. Dieses Ausmaß der Katastrophe, diese Bilder die immer noch nachwirken. Alles so surreal ….

Wir hatten den festen Entschluss gefasst, auch dort zu helfen. Wochen nach der Flut sah es dort immer noch so aus, wie in  unserer Region in den ersten beiden Wochen. So lange die Ferien andauerten, konnten wir Hilfe leisten. Tatkräftig Schlamm schaufeln, Schwemmgut sortieren. Abgestemmten Putz zur Kippe fahren oder auch Hilfsgüter in die Region bringen.  

Es hat einem bleibenden Eindruck hinterlassen. Unseren letzten Ausflug haben wir zur Lichterfahrt gemacht. Es einfach in der Dunkelheit auf uns wirken lassen.

Zwischendrin, als die Bundestagswahl näher rückte, war auch das Mitmach-Musikvideo fertig gestellt. Die Idee hierzu war, noch einmal aufzurütteln. Gerade Pflegende, egal in welchen Bereichen (stationär, ambulant oder in der häuslichen Pflege) sind doch sehr alleingelassen worden in dieser Pandemie. Es war eine tolle Aktion, geändert hat es bisher nichts. Geklatscht hat für uns in der häuslichen Pflege keiner. Bonus gibt’s auch nicht. Hin und wieder findet man Erwähnung. Doch die tragende Säule der Pflegebedürftigen( mit 80 % bundesweit), ist und bleibt vergessen. 

Die Bundestagswahl war auch so ein Highlight. Stefan war an diesem Tag nicht besonders fit. War aber nicht absehbar. Nun wollte man ihn, obwohl ortsbekannt,  nicht an der Wahl teilnehmen lassen. Da wir aber im letzten und auch in diesem Jahr so viel kämpfen mussten, hat uns das auch stark gemacht. Und so haben wir es auch durchgesetzt, dass Stefan mit meiner Unterstützung wählen konnte. Schreibt doch Rurberg hier andere Gesetze für Behinderte. Hier lauten sie, er solle doch ausschließlich über die Briefwahl verfügen können. Muss man so stehen und wirken lassen…..

Ja denn, der nicht vorhandene Sommer dümpelt so in den Herbst hinein und auch in den Winter, man kann es kaum mehr voneinander unterscheiden.  Mal Unterricht, mal nicht.  Mal online mal präsenz.  Mal Kontakt- oder Reisebeschränkungen, aber da geht es uns allen gleich.  Wir sind soweit gut durchgekommen.  Psychisch, wohl besonders ich, völlig überlastet.  An vielen sehr privaten Herausforderungen gescheitert aber auch gewachsen.  Entmutigt und doch am Ende den Mut nicht verloren. Immer mit Hinblick auf den nächsten schönen Anlass (zum Beispiel Halloween,  Adventszeit)  und deren Dekoration und die Vorfreude zu beschenken. Im kleinen Rahmen haben wir mit Stefans Familie Weihnachten vorgefeiert und in der eigenen Familie mit viel Freude, Spaß und Spiel gefeiert. Jetzt sehen wir Silvester entgegen, ganz nach dem Vorsatz „ich bleibe lieber Optimist und suche das Gute in Jedem und Allem“, so lebe ich doch glücklicher als suchte ich pessimistisch das Schlechte, welches sich dann auch bestätigen kann. 

Im Resümee möchte ich sagen:

Dieses Jahr war ich stark.
Aber nächstes Jahr will ich glücklich sein!

Willkommen 2022!

Heike

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